﻿{"id":229,"date":"2019-10-25T21:17:48","date_gmt":"2019-10-25T19:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/elternverein.ottensheim.at\/html\/?p=229"},"modified":"2019-10-25T21:17:49","modified_gmt":"2019-10-25T19:17:49","slug":"kritik-an-zu-wenig-geld-fuer-schulbuchaktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/elternverein.ottensheim.at\/html\/2019\/10\/25\/kritik-an-zu-wenig-geld-fuer-schulbuchaktion\/","title":{"rendered":"Kritik an zu wenig Geld f\u00fcr Schulbuchaktion"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend der Verbraucherpreisindex in den vergangenen 20 Jahren um fast 45 Prozent gestiegen ist, wurde der Maximalbetrag, der pro Sch\u00fcler f\u00fcr B\u00fccher zugeschossen wird, um nur 16 Prozent angehoben. \u201eImmer \u00f6fter steht deshalb f\u00fcr den Unterricht kein Schulbuch zur Verf\u00fcgung, immer \u00f6fter m\u00fcssen Eltern B\u00fccher bezahlen\u201c, hei\u00dft es vonseiten der Interessenvertreterinnen und -vertreter.<\/p>\n\n\n\n<p>Heuer flie\u00dfen rund 109 Millionen Euro aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) in die Schulbuchaktion f\u00fcr die rund 1,1 Millionen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Pro Kopf werden damit Schulb\u00fccher um maximal 50 Euro (Volksschule) bis 170 Euro (AHS-Oberstufe) finanziert. Diese H\u00f6chstgrenze ist allerdings in den vergangenen 20 Jahren nicht ann\u00e4hernd im Ausma\u00df der Inflation angestiegen. Nur an den Volksschulen wurde das Limit mit \u00fcber 40 Prozent fast inflationsdeckend angehoben, wie das zust\u00e4ndige Bundeskanzleramt best\u00e4tigt. Die \u00fcbrigen Schultypen liegen mit 10,6 Prozent (AHS-Oberstufe) bis 21,0 Prozent (AHS-Unterstufe\/Neue Mittelschule) weit darunter.<br>\n\u201eUmgehung der Schulgeldfreiheit\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gestartet wurde die Schulbuchaktion 1972 unter dem Titel \u201eGratis-Schulbuch\u201c. Um die steigenden Kosten einzud\u00e4mmen, wurden ab 1995 allerdings H\u00f6chstbetr\u00e4ge pro Kopf und Schulform festgelegt. Zus\u00e4tzlich gab es einen Selbstbehalt von zehn Prozent. Der wurde zwar im Schuljahr 2011\/12 abgeschafft. Man habe allerdings die Limits f\u00fcr das Buchbudget pro Kopf nicht entsprechend erh\u00f6ht, kritisiert AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Wei\u00df (FCG) im APA-Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn der Praxis hei\u00dft das nat\u00fcrlich, dass die Eltern Kosten \u00fcbernehmen m\u00fcssen, die ihnen eigentlich vom Gesetz her nicht \u00fcberantwortet werden d\u00fcrfen.\u201c Noch sch\u00e4rfer formuliert es Roland Gangl (FCG), oberster Lehrervertreter an den Berufsbildenden Mittleren und H\u00f6heren Schulen (BMHS): \u201eDas ist eine Umgehung der Schulgeldfreiheit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2009 hat ein Bericht des Rechnungshofs (RH) ergeben, dass das vorhandene Schulbuchbudget an drei von vier Schulen nicht f\u00fcr eine Vollversorgung der Sch\u00fcler ausreichte. \u201eDas ist sogar schlimmer geworden\u201c, sagt Wei\u00df. \u201eBei uns geht sich das seit Jahren nicht aus.\u201c Oft m\u00fcssten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dazukaufen, sagt Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike. \u201eDas ist f\u00fcr manche extrem schwierig, auch wenn es \u201anur\u2018 30 Euro sind.\u201c Sehr oft sind es Arbeitsb\u00fccher, f\u00fcr die laut Bundeselternverband Geld zugeschossen werden muss. Auch die Kosten von Atlanten und W\u00f6rterb\u00fccher m\u00fcssten die Eltern oft selbst tragen.<br>\nSelbst erstellte Handouts statt Schulb\u00fccher<\/p>\n\n\n\n<p>In anderen F\u00e4llen muss die Schule entscheiden, in welchen F\u00e4chergruppen am ehesten auf ein Schulbuch verzichtet werden kann. Als Ersatz werden etwa selbst erstellte Handouts ausgedruckt. F\u00fcr die Lehrer bedeutet das laut Gewerkschafter Wei\u00df Mehrarbeit, f\u00fcr die Sch\u00fcler laut Bundesschulsprecherin Uzodike eine f\u00fcr manche schwer organisierbare \u201eZettelwirtschaft\u201c. In manchen F\u00e4llen leide auch die Unterrichtsqualit\u00e4t, so Wei\u00df, denn nicht immer k\u00f6nne man sinnvoll auf elektronische Medien ausweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der kommenden Regierung fordern die Schulpartner deshalb, dass das Schulbuchbudget an die Inflation angepasst wird. Uzodike: \u201eEs kann nicht sein, dass man hier weiter von Sch\u00fclern und Eltern verlangt, dass sie das aus ihrer eigenen Tasche bezahlen.\u201c Aus dem Bundeskanzleramt hei\u00dft es dazu auf Anfrage der APA, die zust\u00e4ndige Fachsektion werde \u201eeine Wertanpassung der Schulbuchlimits bei den bevorstehenden Budgetverhandlungen thematisieren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/oesterreich.orf.at\/stories\/3018407\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Link zum ORF.at Artikel (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Link zum ORF.at Artikel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Verbraucherpreisindex in den vergangenen 20 Jahren um fast 45 Prozent gestiegen ist, wurde der Maximalbetrag, der pro Sch\u00fcler f\u00fcr B\u00fccher zugeschossen wird, um nur 16 Prozent angehoben. \u201eImmer \u00f6fter steht deshalb f\u00fcr den Unterricht kein Schulbuch zur Verf\u00fcgung, immer \u00f6fter m\u00fcssen Eltern B\u00fccher bezahlen\u201c, hei\u00dft es vonseiten der Interessenvertreterinnen und -vertreter. Heuer flie\u00dfen rund 109 Millionen Euro aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) in die Schulbuchaktion f\u00fcr die rund 1,1 Millionen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Pro Kopf werden damit Schulb\u00fccher um maximal 50 Euro (Volksschule) bis 170 Euro (AHS-Oberstufe) finanziert. Diese H\u00f6chstgrenze ist allerdings in den vergangenen 20 Jahren nicht ann\u00e4hernd im Ausma\u00df der Inflation angestiegen. Nur an den Volksschulen wurde das Limit mit \u00fcber 40 Prozent fast inflationsdeckend angehoben, wie das zust\u00e4ndige Bundeskanzleramt best\u00e4tigt. Die \u00fcbrigen Schultypen liegen mit 10,6 Prozent (AHS-Oberstufe) bis 21,0 Prozent (AHS-Unterstufe\/Neue Mittelschule) weit darunter. \u201eUmgehung der Schulgeldfreiheit\u201c Gestartet wurde die Schulbuchaktion 1972 unter dem Titel \u201eGratis-Schulbuch\u201c. Um die steigenden Kosten einzud\u00e4mmen, wurden ab 1995 allerdings H\u00f6chstbetr\u00e4ge pro Kopf und Schulform festgelegt. Zus\u00e4tzlich gab es einen Selbstbehalt von zehn Prozent. Der wurde zwar im Schuljahr 2011\/12 abgeschafft. Man habe allerdings die Limits f\u00fcr das Buchbudget pro Kopf nicht entsprechend erh\u00f6ht, kritisiert AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Wei\u00df (FCG) im APA-Gespr\u00e4ch. \u201eIn der Praxis hei\u00dft das nat\u00fcrlich, dass die Eltern Kosten \u00fcbernehmen m\u00fcssen, die ihnen eigentlich vom Gesetz her nicht \u00fcberantwortet werden d\u00fcrfen.\u201c Noch sch\u00e4rfer formuliert es Roland Gangl (FCG), oberster Lehrervertreter an den Berufsbildenden Mittleren und H\u00f6heren Schulen (BMHS): \u201eDas ist eine Umgehung der Schulgeldfreiheit.\u201c 2009 hat ein Bericht des Rechnungshofs (RH) ergeben, dass das vorhandene Schulbuchbudget an drei von vier Schulen nicht f\u00fcr eine Vollversorgung der Sch\u00fcler ausreichte. \u201eDas ist sogar schlimmer geworden\u201c, sagt Wei\u00df. \u201eBei uns geht sich das seit Jahren nicht aus.\u201c Oft m\u00fcssten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dazukaufen, sagt Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike. \u201eDas ist f\u00fcr manche extrem schwierig, auch wenn es \u201anur\u2018 30 Euro sind.\u201c Sehr oft sind es Arbeitsb\u00fccher, f\u00fcr die laut Bundeselternverband Geld zugeschossen werden muss. Auch die Kosten von Atlanten und W\u00f6rterb\u00fccher m\u00fcssten die Eltern oft selbst tragen. Selbst erstellte Handouts statt Schulb\u00fccher In anderen F\u00e4llen muss die Schule entscheiden, in welchen F\u00e4chergruppen am ehesten auf ein Schulbuch verzichtet werden kann. Als Ersatz werden etwa selbst erstellte Handouts ausgedruckt. F\u00fcr die Lehrer bedeutet das laut Gewerkschafter Wei\u00df Mehrarbeit, f\u00fcr die Sch\u00fcler laut Bundesschulsprecherin Uzodike eine f\u00fcr manche schwer organisierbare \u201eZettelwirtschaft\u201c. In manchen F\u00e4llen leide auch die Unterrichtsqualit\u00e4t, so Wei\u00df, denn nicht immer k\u00f6nne man sinnvoll auf elektronische Medien ausweichen. Von der kommenden Regierung fordern die Schulpartner deshalb, dass das Schulbuchbudget an die Inflation angepasst wird. Uzodike: \u201eEs kann nicht sein, dass man hier weiter von Sch\u00fclern und Eltern verlangt, dass sie das aus ihrer eigenen Tasche bezahlen.\u201c Aus dem Bundeskanzleramt hei\u00dft es dazu auf Anfrage der APA, die zust\u00e4ndige Fachsektion werde \u201eeine Wertanpassung der Schulbuchlimits bei den bevorstehenden Budgetverhandlungen thematisieren\u201c. 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